Qualität erkennen: COA, Janoshik und Chargennummern
21. September 2026
21. September 2026
Bei Research-Grade-Peptiden gibt es keine behördliche Qualitätskontrolle wie bei zugelassenen Arzneimitteln. Das Certificate of Analysis (COA) ist deshalb praktisch die einzige verfügbare Informationsquelle über Reinheit und tatsächlichen Wirkstoffgehalt eines Produkts. Dieser Artikel erklärt, worauf es bei einem COA ankommt und warum wir bei unserer Bewertung zwischen unabhängig verifizierten und anbietereigenen Prüfberichten unterscheiden.
Ein Certificate of Analysis ist ein Prüfbericht, der die Ergebnisse einer Laboranalyse einer bestimmten Produktcharge dokumentiert. Typischerweise enthält es Angaben zur chemischen Reinheit (in Prozent), zum gemessenen Wirkstoffgehalt pro Fläschchen, zur Chargennummer sowie zum Datum der Analyse. Für Research-Grade-Produkte ist ein aussagekräftiges COA das wichtigste verfügbare Indiz dafür, dass ein Fläschchen tatsächlich das enthält, was auf dem Etikett steht.
Nicht jedes COA ist gleich aussagekräftig. Wir unterscheiden in unserer Methodik drei Kategorien:
Diese Unterscheidung ist der Grund, warum in unserem Vergleich zwei Anbieter mit augenscheinlich ähnlicher Reinheitsangabe unterschiedlich bewertet werden können: Ein unabhängig verifizierbarer Bericht ist wesentlich aussagekräftiger als eine reine Behauptung auf der Produktseite.
Janoshik Analytical vergibt für jeden abgeschlossenen Test eine eindeutige Berichtsnummer bzw. einen Prüfschlüssel, der in der URL des jeweiligen Berichts enthalten ist. Über die Verify-Funktion auf janoshik.com lässt sich dieser Schlüssel eingeben, um zu bestätigen, dass der Bericht tatsächlich von Janoshik stammt und nicht nachträglich verändert wurde. Wichtig dabei: Ein gültiger Prüfschlüssel bestätigt nur, dass der Bericht echt ist – er sagt nichts darüber aus, ob die getestete Charge mit dem Fläschchen übereinstimmt, das ein Kunde tatsächlich erhält. Chargennummer und Testdatum sollten daher immer mit den Angaben des Anbieters abgeglichen werden.
Zur Reinheitsbestimmung von Peptiden kommen unterschiedliche analytische Verfahren zum Einsatz. Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) ist die in der Peptidindustrie am häufigsten verwendete Methode zur Bestimmung der chemischen Reinheit. Sie trennt die Bestandteile einer Probe auf und misst deren relative Anteile, liefert aber für sich genommen keine eindeutige Identifikation des Moleküls. Massenspektrometrie (MS) wird ergänzend eingesetzt, um die tatsächliche Molekülmasse zu bestätigen und damit sicherzustellen, dass es sich überhaupt um das deklarierte Peptid handelt und nicht um eine strukturell ähnliche, aber andere Substanz. Ein aussagekräftiges COA kombiniert im Idealfall beide Verfahren.
Selbst wenn die chemische Reinheit hoch ist, sagt das noch nichts über die tatsächlich im Fläschchen enthaltene Menge aus. In der Praxis kommt es vor, dass der gemessene Wirkstoffgehalt eines Fläschchens spürbar vom deklarierten Wert abweicht – sowohl nach oben als auch nach unten. Ein COA, das neben der Reinheit auch den gemessenen absoluten Gehalt pro Fläschchen ausweist, liefert hier deutlich verlässlichere Informationen als eine reine Reinheitsangabe in Prozent. Wir weisen in den einzelnen Anbieterprofilen entsprechend darauf hin, wenn ein Prüfbericht eine solche Mengenangabe enthält.
Ein gutes COA ersetzt keine behördliche Zulassung und ist kein Nachweis für die Unbedenklichkeit eines Produkts. Es ist lediglich ein Indiz für die analytische Qualität einer bestimmten getesteten Charge. Mehr zur rechtlichen Einordnung von Retatrutid finden Sie im Artikel Rechtslage: Ist Retatrutid in Österreich zugelassen?, mehr zu unserer vollständigen Bewertungsmethodik unter Über uns.